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Meine Diplomarbeit

- mit GABV (Gesellschaft der Freunde und Förderer der Architekten, Bau- und Verkehrsingenieure an der Bergischen Universität Wuppertal) – 1. Preis ausgezeichnet

Thema:

Umbau und Erweiterung der Schule Ottweiler Straße in Düsseldorf

Universität:

Bergische Universität Wuppertal

Betreuung:

Prof. Ursula Ringleben und Dipl.-Ing., Dipl.-Des. Christiane Hübner

DiaShow ladet Sie zu einem visuellen Spaziergang durch meine Diplomarbeit ein ...

Entwurfs,- erläuterungsbericht (Auszug):

Die Hauptschule Ottweiler Straße in Düsseldorf soll zu einer 3,5-zügigen Realschule, Schwerpunkt Naturwissenschaft erweitert, lediglich ein Riegel mit Haupteingangsbereich und vier Klassen erhalten bleiben.

Die geplante Schule entsteht in einer Umgebung, die morphologisch betrachtet von einer Blockstruktur geprägt ist, deren einzelne Gebäude das Material Mauerwerk und Ziegel in der Vordergrund stellen. In dem Quartier wird vorwiegend gewohnt.

Einerseits war das komplexe Raumprogramm in eine sinnfällige Form umzusetzen, andererseits muss die äußere Erscheinung der Schule für eine möglichst starke Identifikation- insbesondere auch für den neuen Schultyp der naturwissenschaftlich orientierten Realschule sorgen.

Anregung und Analogie für die Geometrie und Gestaltung des Baukörpers und ein Brückengedanke zum Thema Naturwissenschaft war für mich die Welt der Natur.

Die Druse - nach Außen mit einer unscheinbaren und steinernen Haut umgeben – bildet in ihrem Inneren einen Hohlraum, der mit farbigen Kristallen gefüllt ist. Dieses Bild hat mich inspiriert und in der Gestaltung des Gebäudes geleitet. So ist einer der Leitgedanken der gewesen, ein räumlich introvertiertes Konzept zu entwickeln, dass nach Innen hin buntes und vielfältiges Leben ermöglicht.

Bautypologisch gesehen ergänzt der Neubau die städtische Blockstruktur mit einem auf den Innenhof orientierten Baukörper.

Die Nordwest-Seite öffnet sich im Erdgeschoss zur Umgebung und zum Schulgarten, wodurch eine Ruhezone für die Schüler und Schülerinnen entsteht und gleichzeitig ein „Schalldämpfer“ für die überwiegend betagten Nachbarn. Der Neubau versucht, die derzeit stadträumlich unbefriedigende Situation zu klären und verbindet die beiden Spangen Diedenhofer Straße und Blumenthalstraße. Der betonierte monolithische Baukörper erhält im Binnenbereich einen von Glas umgebenen Hof, der das ungestörte Leben der Schulbetriebes ermöglicht. Konsequenter Weise erscheint die Hülle zur städtischen Umgebung hin eher geschlossen.

Funktionaler Mittelpunkt der Schule ist die zweigeschossige, vertikal zum Pausenhof verglaste Pausenhalle mit Treppen und Galerien. Sie dient als Freizeit, Treff und Kommunikationsbereich. Von hier aus besteht die Möglichkeit, die ganze Schule zu verstehen.

Unmittelbar an die Pausenhalle grenzt die mit mobilen Wänden abtrennbare Aula mit Bühne und Musikbereich, die über flexible Trennwände verfügt und bei Bedarf zur Bühne erweitert werden kann. Die Nachbarn haben die Möglichkeit, nicht nur diese Räume, sondern auch den Pausenhof für Freizeit und Abendveranstaltungen zu nutzen. Damit entsteht eine neuer öffentlicher Platz.

Die Verwaltung befindet sich in unmittelbare Nähe des Haupteinganges und ist auch über einen externen Zugang erreichbar. Die Fachklassen liegen im nordwestlichen Teil des Hauses.

Die Sporthalle ist über den Schulhof und zwei Treppenhäuser erreichbar. Das Dach der Halle kann als Pausenhof genutzt werden.

Die kubischen bunten Glaskörper übernehmen zum einen die Funktion der Belichtung und lenken ein diffuses, farbiges Licht in die Sporthalle, zum anderem dienen sie auch als Sitzmöglichkeit für die Schülerinnen und Schüler.

Gestaltung / Farbkonzept

Die menschlichen Sinne werden von der Architektur auf vielfältige Art und Weise angeregt. Jeder von uns sieht Raumformen und Raumfarben, tastet Baumaterialien und Oberflächen. Dieses trifft insbesondere auf Schulen zu, in denen junge und damit noch formbare Menschen große Teile ihrer Jugend verbringen. Das Kind bzw. der Jugendliche stellt sich dem Architekturerleben und fängt Reize ein. Diese Reize gewährleisten in ihrer Impulskraft eine innere Beteiligung, eine Erregung und Information, die in das Empfinden eingreift und Prozesse steuert.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, von welcher Bedeutung, für den ganzen Bereich der die Pädagogik unterstützenden Architektur, die durchdachte Farbgestaltung des Gebäudes und Raumes ist.

Welche Farbe für welche Situation die richtige sein kann, hängt immer mit dem persönlichen Geschmack und der Art der Nutzung zusammen. Darüber hinaus sind aber gewisse Grundeigen­schaften und Tendenzen allgemein gültig.

Die Forscher sind sich einig, dass die Farben die menschliche Psyche enorm beeinflussen und Lernbereitschaft, Lernmotivation, Kommunikation steigern sowie Stress, Aggression, Vandalismus, Erregung, abbauen können. Diese Feststellung hat mich dazu geführt, das Licht über farbig beschichtetes Glas zu filtern. Der Umgang damit und die Umsetzung der Erkenntnisse war für mich ein entscheidendes Gestaltungselement der Schule. Die raumhohen Fenster im Flurbereich des Neubaus und die Oberlichter in der Sporthallendecke sind mit farbiger Folie beschichtet.

Die Gläser projizieren ein farbiges Licht auf die Wände, Decken und Boden. Die Wirkung für den Baukörper und für den Raum wird so durch Transparenz, Farbe und Licht erzeugt, teilweise entstehen sogar virtuelle Räume, die dem Sonnengang nachlaufen, sich ständig verändern und besondere Atmosphäre schaffen.

Zusätzlich sollte das farbige Glas als Orientierungshilfe dienen und das Spiel zwischen Neu und Alt aufzeichnen. In meinen Farbkonzept schlage ich frische Farbtönen wie Gelb, Blau, Grün und Orange vor. Die Auswahl dieser Farben erfolgte vor allem aufgrund ihrer jeweiligen Farbwirkung und assoziativen Symbolik zur Natur.

Um die entsprechende Farbwirkung zu erreichen, treten die Farben in eine bestimmte Kombination auf. Die sehr helle Farbe Gelb wirkt leicht und steht für Offenheit, Großzügigkeit und Freiheit, für Information und Kommunikation. Gelb bringt Bewegung in eine Sache, schafft Ideen und Geistesblitze. Blau dagegen steht den Höhenflügen des Gelbs entgegen und holt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Blau ist dunkel und schwer, rational und logisch und steht für Beständigkeit, Ruhe und Besonnenheit.

Die beiden Farben Gelb und Blau in Kombination können etwas Erstaunliches leisten: beide Farben wirken im Bereich des Denkens. Das Blau fördert das logische Denken, während das Gelb dafür sorgt, dass Denken überhaupt in Schwung gerät und die Kommunikation unterstützt.

Die Farben Orange und Grün liegen im Bereich des Handelns. Orange ist dabei Aktivität und Dynamik und steht für bewusstes Handeln, Tatkraft, Aktion. Die leuchtende Farbe orange wirkt anregend, stärkend und belebend. Grün liegt diesem aktiven Pol als ruhender Pol passiv entgegen. Die grüne Farbe lässt tun, bleibt eher in Hintergrund, ist dabei wenig träge und wirkt eher im Unbewussten.

Für alle Farben gilt, dass ein Zuviel eine positive Wirkung leicht ins Negative umkehrt. Diese Erkenntnis lässt mich für die Wände und Decken der Klassenräume ein leicht gebrochenes Weiß vorschlagen. Die Schüler sollten dann die Möglichkeit bekommen die Klassen-, Flur- und Pausenhallenwände mit eigenen Kunstwerken und Pflanzen zur gestalten.

Durch diese Selbstgestaltung können Kinder und Jugendlichen ihre Identität und ihr kreatives Gestaltungsvermögen zum Ausdruck bringen und gleichzeitig für andere anschaulich machen. Dadurch kommt es auch zum „Identifikationseffekt “ mit dem Schulhaus und der Schulklasse; die Schülerinnen und Schüler würden sich dann mit den Räumlichkeiten verbunden fühlen.

Zusätzlich durch diese Selbstgestaltung / Mitgestaltung könnte dem Auftreten von Vandalismus und aggressivem Verhalten entgegen gewirkt werden, denn was Schüler selber gestalten, zerstören Sie nicht!